Check: Python und Django

Nach meinem letzten Post, der Grails und Groovy mit Rails und Ruby verglich, habe ich den Blick etwas über den Tellerrand schweifen lassen und bin in die Vergangenheit gereist und habe Python mit dem Webframework Django entdeckt.

Vergangenheit deshalb, weil ich vor etwa 15 Jahren mit Python eine Alternative zu PHP entdeckte, in die ich mich schnell einarbeitete und mich dort auch wohl fühlte. Dazu gab es sogar einen Applikations-Server namens Zope, der mich auch in den Bann schlug. Leider ist es mir seinerzeit nicht gelungen, auch nur ein Projekt mit Python und Zope zu realisieren, weswegen ich dann auch in die Java-Welt eingestiegen bin, um echtes OOP mit Projektopportunitäten zu verbinden.

Mit Python lag mir nun also ein guter, alter Bekannter vor, den ich mehr als zehn Jahre seit dem letzten Wiedersehen für mein Testprojekt unter die Lupe nahm.

Die Sprache ist immer noch unschlagbar elegant, gerade im Vergleich zur Kryptizität von Ruby und der Geschwätzigkeit von Java. Mit Django liegt zudem ein ausgereiftes Framework zur Webanwendungs-Erstellung vor. Schnell also Python, Django und PyCharm installiert und es war ein tolles Wiedersehen. Ich hatte in der Zeit tatsächlich erstaunlich wenig vergessen und auch mit Django kam ich sofort zurecht.

Django ist ein weiteres MVC Framework, indem aber meines Erachtens folgende Sachen sehr elegant gelöst sind:

  • Es ist ein gerüttelt Maß an Kompromiss zwischen Konfiguration und Konvention. Während andere Frameworks den Ansatz „Convention over Configuration“ extrem fahren kann man bei Django sehr viel Konfigurieren. Das erleichtert es dem Einsteiger sehr, denn er muss nicht die ganzen Zusammenhänge kennen, um die Magie des Frameworks wirken zu sehen.
  • Wie die Models erzeugt werden ist auch sehr gelungen. Geht man bei Grails von Domainobjekten aus und bei Rails eher vom SQL, wird hier über eine Model-Beschreibung als Klasse, eine schicke Migration angelegt, die dann in SQL Code übersetzt wird. Wiederum ein hervorragender Mittelweg zwischen den beiden anderen Polen.
  • Das Admin-Interface ist das beste, das ich bislang kennen durfte. Egal was man auch an Models und Relationen anlegt, welche Filter- und Suchmöglichkeiten man will und welche Sprache man wählt (i18n), das Admin-Interface bietet alles. Mit einem ansehnlichen Theme, das man  einfach via PIP installiert, sieht das ganze auch zeitgemäß schick aus. Hier geht man für CRUD Operationen nicht den Weg über ein Scaffolding sondern liefert gleich ein exquisites Backend mit aus.

So könnte ich weiter schwärmen, sei es über das Templating oder den ORM, die Erweiterung um eine REST API mittels Django Rest Framework oder Tasty Pie, die Liste wird sehr lang.

Ich muss sagen, dass mich das Gespann aus der Python Welt überzeugt hat. Wir werden zwar keine laufenden Projekte switchen, aber für neue Projekte wird Python & Django definitiv in die Liste der infrage kommenden Technologien aufgenommen.

Ganz nebenbei habe ich dabei Evennia kennen gelernt, ein Framework zur Programmierung von MUDs (Multi User Dungeon). Sehr gelungen und so wird Python wenigstens in einem privaten Projekt im Zusammenspiel mit Django und Evennia bei mir Verwendung finden. Mehr dazu demnächst auf meinem Spieleblog http://finestgames.de.

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Check: Rails vs. Grails

Mit etwas Selbstkoketterie kann ich sagen, dass es mit zunehmenden Alter schwerer wird, in kürzester Zeit Sachen zu lernen – und diese sich vor allem auch zu merken, wenn man sie nicht in der täglichen Praxis nutzt. Wir setzen seit Jahren bei Server-Themen erfolgreich auf die Kombination Groovy & Grails. Zwischendrin haben wir in einem Projekt den Prototypen mit Ruby on Rails geschrieben, sind dann aber wieder zu Grails gewechselt. Umfangreiches Know-how ist bei beiden Technologien vorhanden, nur bei Groovy & Grails kommen eben noch viele Jahre an Erfahrung hinzu.

Vor dem Hintergrund der etwas wackeligen Zukunft von Groovy & Grails, seit dem sich Pivotal als großer Sponsor zurückgezogen hat und dem Umbruch der in der Grails Community mit dem Release von Grails 3 aufgekommen ist, wird es Zeit die Technologien auf den Prüfstand zu stellen und noch einmal zu vergleichen.

Testprojekt war ein Multichannel Websocket System, mit dem beliebige Nachrichten an den Client gepushed werden können und ein Realtime Chat ermöglicht wird. Das ganze mit einer Nutzer- und Rechteverwaltung und einem zeitgemäßen Twitter Bootstrap Look & Feel.

Ruby on Rails bietet hierfür eine Unmenge an Gems an, die alle an sich gut sind und funktionieren. Lobenswert sind auch die große Anzahl an Tutorials, Videoschulungen, Blogbeiträgen und fertigen Ready-to-Run-Anwendungen auf Github. Das macht den Einstieg erst einmal recht einfach und zusammen mit RubyMine, der Ruby IDE aus dem Hause Jetbrains hat man schnell eine ideale Entwicklungsumgebung am Start. Mit RVM lässt sich schnell die jüngste Ruby Version installieren und losgelegt. Bei Rails existiert eine riesige Community, die gerne teilt. Das ist einerseits großartig, andererseits macht es aber die Sache auch unübersichtlich. So habe ich rund 20 fertige Github-Projekte ausprobiert, bis ich eines hatte, das mit den aktuellen Versionen geht, Websockets gut unterstützt und auch ausreichend dokumentiert ist, um auf dessen Basis etwas zu machen.

Ich gebe gerne zu, dass ich Java und Groovy und deren Syntax zu schätzen weiss. Bei Ruby ist alles auf Kürze getrimmt. Selbst für die Templates gibt es mit HAML eine Templating Engine, die das sonst gut lesbare HTML nur noch dem geübten Auge erschließt. Apropos HAML, es gibt in der Rails-Welt jede Menge abgefahrene Ansätze, die bei Java / Grails eher außen vor bleiben. Klar kann man hier wie dort Coffee-Script und Konsorten einsetzen, aber bei Rails wird der progressive Ansatz gelebt, permanent Neues auszuprobieren, die Effizenz (in Code-Menge gesprochen) zu erhöhen etc.

Ich schreibe und lese lieber Java-/Groovy-Code, selbst wenn er im Vergleich zu Ruby etwas bloated wirkt. Manchmal schadet Verbosität nicht, gerade wenn man sich in etwas einarbeitet. Bei Ruby on Rails ist man – aus der Java Welt kommend – ständig dabei, Dinge zu übersetzen und sich auf das Verstehen der Technologie zu konzentrieren.

Groovy und Grails sind seit Jahren meine Favoriten bei der serverseitigen Programmierung. Mit Grails 3 kommen aber neue Konzepte hinzu und einiges ändert sich. Wir sind aktuell bei Grails 3.0.4 und meine Erfahrungen weisen aber darauf hin, dass ich besser erst einmal auf dem 2er Zweig bleibe. Hauptgründe dafür sind folgende: Schlechter IDE-Support, kleine Community, langsames Update der Plugins.

Ich bin ein Tool-Nerd und ohne IDE programmiere ich höchst ungerne. Wenn eine Technologie nicht durch eine gute IDE begleitet wird, scheidet sie für mich aus. Jetbrains Intellij für Grails 2 ist vorbildlich, für Grails 3 leider gar nicht gut. Auch wenn gerne behauptet wird, dass durch den Wechsel auf Gradle Grails mit fast jeder IDE funktioniert, ist das Komfortlevel bei Grails 3 nicht akzeptabel. Ohne parallel geöffnetes Terminal geht hier gar nichts. Dann kann ich aber auch Sublime oder Vim einsetzen und einen Arbeitsstil pflegen, wie er bspw. unter Ruby on Rails zumeist begangen wird.

Die Grails Community ist nicht winzig aber im Vergleich zu RoR klein. Dementsprechend muss man schon suchen wenn man Tutorials oder Informationen jenseits der offiziellen Dokumentation haben will. Man kann zwar vieles über den Umweg Java beantworten, aber das geht nicht mit dem Framework Grails. Wo man bei RoR förmlich zugeballert wird mit Hilfsbereitschaft und Mengen an Hilfen ist bei Groovy & Grails leider Schmalhans Küchenmeister. Zwar bekommt man vieles in einer Slack-Gruppe gelöst aber es bleibt teilweise schwierig.

Zuletzt hängt die Plugin Entwicklung bei Grails 3 ein wenig nach, sprich man hat nicht die volle Auswahl an Plugins. Manches funktioniert auch noch nicht so recht, so dass beim Einsatz von Grails 3 das Gefühl bleibt, man arbeitet mit etwas noch nicht ganz fertigem.

Mein Fazit ist, dass ich wieder einmal sehr vieles über die beiden Technologien gelernt habe. Ich werde aber die Testanwendung in Grails vollenden und zwar vorläufig in Grails 2.5.1. Der Grund ist, dass diese Version leidlich ausgereift ist, von IntelliJ sensationell gut unterstützt wird und es einigermaßen viele Informationsquellen zu der Version gibt. Letztlich konnte ich das Testprojekt in wenigen Stunden von der Pike auf erstellen.

Auch wenn mein Blick durch die jahrelange Erfahrung mit Groovy & Grails getrübt sein mag, ich werde für kommende Projekte doch bei Grails bleiben. Fehlende Informationsquellen mache ich mit Erfahrung wett und der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Ich mag nunmal Java- oder Javaähnliche Syntax. Auch unter dem Aspekt Projekt- und Arbeitsmarkt ist Groovy & Grails zu bevorzugen. Java-Jobs und Projekte gibt es zuhauf, die Railsprojekte sind sehr rar gesät. Auch unter dem Gesichtspunkt der Integration in bestehende Systeme ist man mit Java zumeist auf der sicheren Seite – gerade im Unternehmensbereich. Und schließlich fliesst durch die starke Verzahnung mit dem Spring Framework und anderen Enterprise-Tier Technologien wie Hibernate ein großes Vertrauen in die Software ein, das sich mit Rails beim besten Willen nicht einstellen will. Auch in der Produktion ist die Java-Plattform doch diejenige die deutlich besser skaliert und performt.

Beides sind interessante und gute Technologien. Wenn ich heute nochmals ganz von vorne anfangen müsste würde ich wohl bei RoR einsteigen. Dann fände ich die kurze Syntax womöglich hipp und schick, Heute aber, mit den Erfahrungen im Bereich Unternehmensanwendungen und dem Zwang hipp zu sein entrückt zu sein bleibe ich gerne in der JVM Welt – und da besonders gerne bei Groovy & Grails.

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Komponentenbasierte JavaScript Frameworks

Ich gebe es ja zu: Ich weine Flex immer noch nach. Aber mit dem Abgesang auf den Flash-Player sehe ich in dieser Technologie keine Zukunft mehr – trotz des Apache Projekts.

Wer aber Unternehmensanwendungen erstellt, so wie wir es tun, wird eine Alternative suchen. Die letzten beiden Jahre hatten wir die in Sencha ExtJS gefunden. Aber durch drastische Änderungen an den Bezugsmöglichkeiten, kommt das Framework nicht mehr recht in Frage für künftige Projekte. Man ist selbst als kleine Firma genötigt, mind. 5 Entwickler-Lizenzen abzunehmen. Mit Framework, Zusatzkomponenten und Tools kommt man da schnell in den 5stelligen Bereich – nur für eine Technologie, die eigentlich mal OpenSource war. Oder noch ist, aber das wird immer undurchsichtiger bei Sencha.

Obwohl wir einige Expertise in ExtJS aufgebaut haben, fährt der Zug weiter und die Suche nach anderen komponentenbasierten Frameworks geht weiter. Bleibt die Frage welche Alternative man nimmt. Ich nehme gerne Tipps und Hinweise auf weitere Lösungen in den Kommentaren an, aber für unsere Einsatzzwecke habe ich folgende Kandidaten im Blick:

  • Webix
  • OpenUi5
  • AngularJS mit Komponenten
  • Vaadin mit einem anderen Ansatz

Webix sieht auf den ersten Blick gut aus, reagiert absolut schnell im Brower und hat ein paar schöne Themes mitgeliefert. Der Preispunkt für kleine Firmen ist erträglich, wenn die Gegenleistung stimmt. Was mich bei Webix ein wenig abhält ist, dass man sich wieder an einen Hersteller bindet und das sich bei Stackoverflow gerade mal 32 Fragen mit „webix“ verschlagwortet sind. Man ist also an die offizielle Doku und an den Hersteller Support gebunden, die unabhängige Community existiert faktisch kaum. Keine guten Startbedingungen für eine ernsthafte Nutzung.

OpenUi5 ist als OpenSource brandneu und stammt aus dem Hause SAP. Es steht unter der geschätzten Apache 2 Lizenz und der Nimbus von SAP steht außer Frage. Auf Stackoverflow finden sich etwas mehr als 300 Fragen zu dem Stichwort. Die Dokumentation ist sehr gut und mir gefällt die Verwendung von XML für Views und anderes – das ist eine deutliche Reminiszenz an Flex – hach. Dennoch zögere ich OpenUI5 einzusetzen, denn die Komponenten sind zwar zahlreich und hochwertig, aber eine gescheite Kalenderkomponente (Picker sehr wohl) ist beispielsweise nicht zu finden. Und für OpenUI5 neue Komponenten zu schreiben ist vielleicht etwas überambitioniert.

AngularJS mit Komponenten ist in Sachen Community Support outstanding. Die Lösung ist weit verbreitet und man findet jede Menge Informationen und Zusätze. Was man allerdings dabei macht, ist dass man doch wieder mehr oder minder Webseiten erstellt. Zwar HTML 5 und mit dem ganzen Schnick und Schnack, aber es ist kein Framework, das einem die hässliche Arbeit JavaScript und HTML zu schreiben abnimmt.

Vaadin ist da mein Favorit, auch wenn der Ansatz ein anderer ist. Vaadin wird vollständig in Java programmiert und generiert auf dem Server HTML5 und Javascript Code. Das Schöne daran ist, dass man sich nicht mit Javascript und HTML die Hände „schmutzig machen“ muss, dafür wird der serverseitige Code eben umfangreicher. Die Komponenten und Themes von Vaadin sehen zeitgemäß aus und für einen fairen Preis erhält man auch zusätzliche Produkte und Komponenten, die die Entwicklung erleichtern.

Der geneigte Leser merkt schon, dass ich JavaScript nicht sonderlich mag und eben deswegen die Frameworks suche, die einem das Codieren in JS ersparen. Unter dem Gesichtspunkt scheidet AngularJS aus, aber es wuchert mit der Verfügbarkeit an Komponenten und einer riesigen Community. Webix und OpenUI5 sind noch nicht weit verbreitet genug und/oder auch sehr neu. Vaadin ist ein ganz anderer Ansatz trumpft aber mit „Java Only“ auf.

Die Lösung ist noch nicht gefunden und die Entscheidung wird schwer werden. Anregungen sind herzlich willkommen und wenn eine Entscheidung gefallen ist wird es sicher ein FollowUp-Post geben.

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BarCamp RheinMain 2015

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Das BarCamp RheinMain wird dieses Jahr in Bingen stattfinden und zwar vom 21.11 bis 22.11.2015.

Wer auf dem Laufenden bleiben will, sollte ab und an hier vorbeischauen und den Kollegen auf Twitter folgen.

Man sieht sich :)

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Job Offerte

Auch wenn ich es normalerweise nicht tue, so will ich dieses Job-Angebot von Yassin Hankir veröffentlichen. Es bietet nicht nur technische Freiheit sondern es ist auch der Unternehmergeist gefragt. Schaut es Euch an, trefft Euch mit Yassin, schlagt zu….

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My GeekWeek 23

Ich versuche um der Regelmäßigkeit halber eine neue Postserie, die die Ergebnisse der vergangenen Woche aus meiner ureigenen Perspektive zusammenfasst. Starten wir mit einer sehr ereignisreichen Woche, die durch die WWDC von Apple dominiert wurde.

WWDC

Die Keynote und die anschließende Präsentation „The Status of the Platform“ waren die Highlights der Woche. Die Ankündigungen für Entwickler sind atemberaubend. Swift ist die Erlösung aus meiner ganz persönlichen Objektive C Hölle. Klar ich habe etliche native iOS Apps geschrieben, aber ich bin nie mit Objektive C warm geworden. Und jetzt kommt Swift, das aussieht wie eine Mischung auf Groovy und Ruby und definitiv ein großer Wurf ist. Die Experimente in X-Code 6 Beta sind absolut begeisternd, das iBook zur Sprache habe ich schon zu 2/3 verschlungen.

Ein anderes Highlight und meines Erachtens viel wichtiger als neue Hardware ist Continuity. Mit Continuity werden die einzelnen Devices, die alle ihren eigenen lebensweltlichen Bezug haben, vereint zu einer Plattform. Das ist viel, viel wichtiger und nützlicher als etwa die Totgeburt Surface, die keiner kaufen will, weil sie ein Bedürfnis befriedigen will, das es gar nicht gibt. Ich will entweder mit einem Tablett oder einem Notebook arbeiten und hier hat Apple die Nase so wie vorne, dass für mich das Rennen um die künftige Plattform entschieden ist. Google könnte höchstens mit Chrome oder Android auf dem Desktop etwas dagegen setzen – aber das ist schon sehr kühn. Das will nämlich auch niemand.

Einzig ärgerlich an der WWDC war wieder einmal die Berichterstattung der nach neuen Geräten geifernden Journalistenmeute. Die verstehen einfach nicht, dass Innovation auch softwaregetrieben sein kann. Das hat mich so sehr geärgert, dass ich bis dato meinen ersten Kommentar auf FAZ.NET geschrieben habe, weil der Schreiber einfach umschulen sollte.

Groovy & Grails

Ein ganz anderer „Hammer“ kommt aus dem Groovy & Grails Lager, das es erstmals experimentell ermöglicht Android mit Groovy zu entwickeln. Die Analogie zu Swift ist hier gut getroffen. Groovy Commiter Cédric Chapeau beschriebt hier sehr gut, wie und wann es zur Android-Entwicklung mit Groovy kommen mag.

JavaScript / ExtJS

Anlässlich eines Vortrags von mir auf RheinMainJS, der JavaScript Usergruppe RheinMain, über Sencha ExtJS ist mir mal wieder klar geworden wie großartig das Toolkit ist, auch wenn wir nie richtig Freundschaft geschlossen haben. Diese Woche erschien die finale ExtJS 5 Version, die sehr aufgeräumt wirkt und wieder füll of awesomeness ist. Wer Single-Page-Business-Apps schreibt wird schlechterdings etwas besseres finden. Wenn man lange genug sucht findet man auch wieder Hinweise zu einer GPL3 Version…

Fazit

Eine rundum begeisternde Woche. Jetzt kann die Sommerpause zum Reifen kommen und zum Herbst sind alle die Ankündigungen final und wir können die ersten Produkte mit den neuen Technologien ausliefern.
Happy Coding
Reto
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Ubuntu Linux auf dem Lenovo Yoga Pro 2

An sich für Windows Phone Entwicklung angeschafft, liegen noch viel zu viel der 512 GB SSD auf dem schicken Yoga Pro 2 brach. Und dann kommt einem abends in den Sinn, wie sich denn Linux als Desktop OS mittlerweile schlägt. Völlig zufrieden mit OS X ein wenig irritiert von Windows 8 und gelangweilt von Windows 7 ist da noch eine Lücke, die den Technik-Nerd anspricht.

Also schnell die Ubuntu Distribution — hier 14.04. — auf den USB Stick gespielt und ein paar Änderungen am BIOS vorgenommen (insbesondere ist der Secure Boot zu disablen) und gebootet.

Und siehe da alles geht ganz leicht und mit nur relativ wenig Linuxtypischen Eingriffen kommt man in den Genuss des HiDPI Displays, das den Ubuntu Desktop bestechend scharf auf das Display wirft. Touch geht auch auf Anhieb, nur beim WLAN muss man mit einer Zeile auf der Shell nachhelfen und auch das läuft:

sudo rmmod ideapad_laptop

Es ist erstaunlich wie schnell und wie gut sich ein aktuelles Linux als Desktop nutzen lässt. Lediglich bei der Installation auf der Festplatte fällt mir auf, dass ich mein letztes Desktop-Linux auch schon vor acht Jahren installiert habe, denn es gibt keinen automatischen oder visuellen Partitionierer, man muss durch eine Eigenart von Windows 8.1, die eine Erkennung durch Ubuntu verhindert, die Partitionen selbst anlegen. Den Gedanken verdrängend, was passieren könnte, wenn mein Wissen von damals verblasst ist und es schief geht, folge ich der Devise: Tue es! Und siehe alles wird gut.

Grub wird installiert und ab sofort befinden sich Windows 8.1 und Ubuntu 14.04 gleichberechtigt auf dem Yoga Pro 2. => Und er hat gar nicht gebohrt :)

Das soll jetzt keine Empfehlung für den absoluten Linux Laien sein, sich eine Anleitung zu suchen und einfach loszulegen. Auch wenn mein letztes Desktop Linux Jahre her ist und ich den Komfort aus Unix und GUI in Form von OS X goutiere, ich habe nicht täglich aber doch recht oft mit Linux auf Servern zu tun. Von daher wird man immer noch ein wenig brauchen, um Linux als Desktop OS zu installieren. Oder aber einfach eine etwas ältere Hardware nehmen, die wird dann meistens sonst vollständig unterstützt von den aktuellen Distributionen, die auf den Desktop zielen.

Eine Kleinigkeit, die aber dennoch ärgerlich ist, habe ich bislang nicht lösen können und das ist das Funktionieren des Hibernate- oder Schlafmodus. Hier springt Ubuntu immer wieder ins Wachsein zurück und verabschiedet sich von Zeit zu Zeit auch mit Anzeigeproblemen.

Dennoch ein für mich gelungenes Experiment, weil manche Dinge wirklich nur stabil unter Linux machbar sind und Ubuntu für Entwickler im Besonderen ein angenehmes und komfortables System ist.

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Adieu WordPress

Nach Jahren der treuen Nutzung von WordPress für Blogs und kleinere Webseiten für eigene Projekte oder die von Freunden verabschiede ich mich von WordPress.

Die ständige Updaterei ist nervtötend. Ich will nicht all zwei Wochen ein System pflegen in das ich maximal in der gleichen Frequenz etwas poste – das ist lame!

Von daher nun eine logische Konsequenz: Mein privates Blog und mein Spieleblog wird ab sofort bei Google gehostet und meine Firmenpräsenz der Screenion GmbH wurde ein One-Pager ohne CMS.

Das erhebt einen zwar nicht von der Pflicht nicht völlig die Augen zu zumachen, was seine Inhalte im Web tun, aber es ist deutlich bequemer.

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Minutenmorde.de – Kurze Krimis für Zwischendurch

Hinter dieser – auf den ersten Blick etwas eigentümlichen Domain – verbirgt sich mein neuestes Projekt, mit dem ich gemeinsam mit dem Dryas Verlag, meiner Gründerlust nachgehe.

Minutenmorde.de ist ein Shop für Krimi-Kurzgeschichten, aber gleichzeitig auch ein virtueller Verlag. Autoren schreiben auf der Plattform, eine Jury wählt dort die Einreichungen aus, Korrektoren korrigieren auf der Plattform und die Editoren veröffentlichen letztlich die Geschichten – ohne je die Plattform zu verlassen, und: alle Beteiligten erhalten selbstverständlich ein Honorar.

Und der Leser?

Der erhält drei Kurzgeschichten nach der Registrierung kostenlos und kann sich dann in dem stetig größer werdenden Fundus an Kurzkrimis bedienen und seine Einkäufe einfach per PayPal bezahlen. Gelesen wird am PC, am Tablet oder Smartphone. Im nächsten Release Ende Oktober wird dann auch das Senden an den Kindle möglich sein, um dort seine Krimis auch offline lesen zu können. Je nach Feedback kommen auch native Apps – momentan sind es angepasste Webseiten, die den Lesespaß auf den mobilen Geräten ermöglichen.

Ich habe die vergangenen eineinhalb Jahre einige Projekte in der Buchbranche gemacht, meistens beratend oder schulend und Minutenmorde.de ist ein Versuch, in einer sich extrem wandelnden Branche, etwas auszuprobieren.

Ich wünsche mir, dass das Experiment gelingt und lade meine Blogleser ein, sich die Minutenmorde.de einmal anzusehen.

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Stiftungsdozentur Forum Zukunft

Ich habe dieses Jahr die Ehre, die Stiftungsdozentur des Forum Zukunft im Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. in Mainz zu halten. Aus dem offiziellen Text:

„Im Rahmen einer von protoTYPE finanzierten Stiftungsdozentur bieten ausgewählte Experten aus der Branche unter dem Motto „protoTYPE goes Campus“ Seminare an sechs Hochschulen an. Dadurch sollen Studierende von Medien-Studiengängen befähigt und ermutigt werden, selbst innovative Geschäftskonzepte zu entwickeln. Die Initiative spricht künftige Fach- und Führungskräfte in Buchverlagen an, die im Bereich digitaler Anwendungen eine hohe Medienkompetenz mitbringen. Die unternehmerisch geprägte Herangehensweise eröffnet den Studierenden zusätzliche Perspektiven, von denen auch ihre späteren Arbeitgeber profitieren.

Für die Hochschulen und Universitäten ergänzen die protoTYPE-Seminare das Lehrangebot. „Die Unternehmerpersönlichkeiten aus der Verlagsbranche transportieren das Thema Innovation sehr glaubwürdig. Unsere Studierenden können ihre Kenntnisse aus den Bereichen strategisches Marketing, Medienkonzeption und Geschäftsmodelle in den protoTYPE-Seminaren ideal in konkreten Szenarien anwenden“, berichtet Prof. Dr. Okke Schlüter vom Studiengang Mediapublishing an der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart. Schlüter hatte bereits in 2012 ein protoTYPE-Seminar an die HdM geholt und das Seminar begleitet. „Wir sind dem Forum Zukunft im Börsenverein dankbar für diese Unterstützung und freuen uns, damit umgekehrt auch der Branche etwas zurückgeben zu können – nämlich innovative Geschäftsideen“.
Dr. Harald Henzler (smart digits), Martin Fröhlich (PaperC), Reto Kiefer (Screenion GmbH) und Michael Dreusicke (Paux) sind Experten, die protoTYPE von Anfang an begleitet haben. Die Seminare finden auch dieses Jahr wieder im Sommersemester statt, die Ergebnisse werden auf der Frankfurter Buchmesse 2013 präsentiert. Dabei soll das Fachpublikum die Möglichkeit erhalten, passende Ideen in ihrem Unternehmen umzusetzen und am Markt zu einer echten Innovation werden zu lassen. Der Börsenverein fördert damit einen Know-how-Transfer von Hochschulen in Unternehmen, der in den USA Keimzelle vieler erfolgreicher Innovationen ist.“

Meine Veranstaltung, die ich zusammen mit Herrn Prof. Bläsi von der Universität Mainz halte, wird folgende Ausrichtung haben:

„Der Umbruch, den die Buchbranche gegenwärtig bewältigen muss, ist zu einem guten Teil technologiegetrieben. Die Digitalisierung der Bücher verbunden mit der großen und weiter zunehmenden Verbreitung von mobilen Endgeräten, dem unaufhaltsamen Trend zum „Mobile Computing“ sind die neuen Herausforderungen, die zu denen hinzu kommen, die das Web in all seinen Erscheinungsformen schon seit über 15 Jahren an die Buchbranche stellt.

Wir wollen in der Blockveranstaltung daran arbeiten, diese Entwicklung nicht nur als Bedrohung des Status quo aufzufassen, sondern sie gleichermaßen als Chance zu sehen, neue Ideen zu entwickeln und deren Plausibilität und Erfolgsaussichten zu bewerten.
Nutzen wir die Möglichkeiten, die sich aus der Kombination von Branchenaffinität und -wissen auf der einen und Erfahrung im Bereich E-Commerce und Mobile Markets auf der anderen Seite ergeben für ein praxisorientiertes Brainstorming über das, was der Branche helfen könnte, die mobile Herausforderung besser zu bestehen.“

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