Ursprünglich eigentlich nur ein kleiner Tweet, wie immer etwas zugespitzt formuliert, mittlerweile aber dennoch als Blogpost geeignet, weil der Tweet zum einen die eine oder andere Antwort ausgelöst hat und zum anderen weil das Thema wichtig und kontrovers ist.
Ursprung ist ein Post von Larva Labs, die die Situation für Android-Entwickler beschreiben. Larva Labs ist ein kleiner Softwarehersteller, der Spiele und Anwendungen für Googles Android Mobile Devices OS herstellt. Zwei der Anwendungen (i.e. Spiele) waren unter den Top 10 des Android Market. Beide Anwendungen sind mit 5, bzw. 4,5 Sternen sehr gut bewertet und werden zu $ 4,99 verkauft.
So weit so gut. Das eigentliche Drama beginnt dann, wenn man schaut, was hinter den Zahlen steckt. Larva Labs haben mit den beiden Anwendungen gerade mal durchschnittlich $ 62,39 am Tag umgesetzt – ein Witz angesichts der Entwicklungskosten.
Ein weiteres Beispiel für die Probleme für den Android Entwickler Markt führen Larva Labs mit dem Spiel Trism auf. Während der Hersteller im Apple Appstore in den ersten zwei Monaten das Spiel mit einem Umsatz von mehr als $ 250.000 verkauft hat, hat er von der gleichen Software als Android-Port bis heute weniger als 500 Kopien verkauft, was in der Summe einen Gewinn von $1.046 darstellt. Merkt Ihr was?
Ich will jetzt gar nicht das Fass um die bessere Technologie aufmachen. Sowohl Apple als auch Google haben ausgereifte Entwicklungsumgebungen, Frameworks, Emulatoren und interessante Devices. Mir persönlich ist Java auch näher als Objective C, obwohl ich Stellvertreter der iPhone-Fraktion bin. Um was es jedoch geht, ist das Problem, dass man mit Android Software offensichtlich kein Geld verdienen kann – und das ist ein Problem!
Klar, man kann einwenden, dass die “Appstore-Zwerge” (Trademark für den Begriff liegt by Bits und so) mit ihrer Zulassungspolitik ein Risiko für Entwickler darstellen. Das ist natürlich ein Problem, aber Apple arbeitet an einer besser Kommunikation in dem Bereich. Außerdem überschreiten Apps, die nicht zugelassen werden oftmals die bekannten Grenzen, die Apple setzt. Aber auch wenn ein Restrisiko bleibt: Ein geregelter Markt ist immer noch besser als gar kein Markt – und das ist in der Diskussion das Entscheidende. Was nützt mir Freiheit (in weitesten Sinne) wenn ich von dem, was ich schreibe nicht die Miete bezahlen kann. Da kann Android noch so toll sein, aber nur mit Offenheit zieht man auf Dauer keine Entwickler an, die einem treu bleiben.
Mir ist auch klar, dass es auch im Appstore sehr, sehr schwer ist, Geld zu verdienen und praktisch nur die Anwendungen, die auf der Startseite promotet werden oder durch alternative Marketingmethoden zum Hype werden, wirklich rentabel sind. Ist ja auch kein Wunder, dass man bei > 50.000 Anwendungen leicht in der Masse untergeht. Aber es ist immerhin ein potentieller Markt vorhanden – und ein Marktplatz der ungleich attraktiver als der von Android ist. Das kann man auch als Hardcore-Androidianer nicht leugnen. Man kann versucht sein zu sagen, dass Android noch nicht da ist, wo es mal sein könnte. Unbenommen das stimmt, aber im gleichen Atemzug sollte man dann auch mal darüber nachdenken, wo Apple dann sein wird, wenn der Vorsprung jetzt schon so groß ist…




1 Comment
Casa Rock!
6. September 2009Android? iPhone? Mobiltelefone reloaded……
Wir schreiben das Jahr 2007. Apple veröffentlicht das iPhone. Ein ziemlich stylisches, aber auch relativ großes Telefon mit Touchscreen. Zuvor gab es nur “normale” Telefone. Die Leute definierten ein tolles Handy über die Größe der Telefone…