Flexcoders Workbench

Wie der eine oder andere wissen mag, arbeite ich seit einigen Wochen an einem Flexprojekt. Es macht wirklich Spaß, eine völlig neue Technologie auch wenn vieles vertraut ist (ActionScrip2 & XML).Für jemanden, der manche Tage bis zu 16 Stunden auf einen Screen sieht ist die Güte der IDE schon entscheidend auch wenn viele meinen dass vi rockt…
Und bei einem Flexprojekt ist natürlich eine IDE für Flex von Vorteil. Der erste Griff — weil es mit Flex ausgeliefert wird — Flexbuilder hat das mittelmäßige Erscheinungsbild von Dreamweaver geerbt und bietet ja auch Möglichkeiten zum visuellen Malen seiner Oberflächen. Für den code-zentrierten Entwickler ist das natürlich nicht unbedingt das Wünschenswerte. Aber Flexbuilder kann schon ein wenig mehr, aber leider nicht genug um ernsthaft eine ganze Flexapplikation in einer IDE zu entwicklen. Mit einer Flexapplikation meine ich Backend wie Frontend. Flexbuilder bietet zwar auch Debugging-Fähigkeiten aber es geht auch besser. Außerdem ist der ActionScript2-Editor noch weniger zu gebrauchen, als der mit Flash MX 2004 Professional mitgeliefert wird.

[Für diejenigen, die nicht alles in einem haben wollen, gibt es mit SePy eine gute, in Python geschriebene OS Alternative, die auch schon bald Flexunterstützung aufweisen wird.]

Da muss was anderes her und wenn man ein wenig sucht und vielleicht noch € 100 ausgibt bekommt man eine wahrhafte Traum IDE - eine, die jeden Aspekt eine Flexprojekts abdecken kann. Da bietet sich eine “Allzweckwaffe” wie Eclipse an. Eclipse ist ursprünglich eine OS JAVA IDE ist aber durch ihr offenes Plugin Konzept für vielerlei Sprachen sehr gut zu benutzen.

Für das gegenwärtige Flexprojekt setze ich Eclipse 3.02 ein, mit den Plugins:

Diese Kombination mit den ohnehin schon vorhandenen JAVA-Tools erlaubt es an jedem Aspekt der SOAP gestützen Flexanwendung zu arbeiten. In dem Konzert kommen den einzelnen Plugins dann folgende Rollen zu:

  • Die PHP und JAVA Editoren samt Debuggern werden für die Entwicklung der Logikschicht genutzt, die via SOAP zwischen Flex und den Datenbanken vermittelt.
  • oXygen stellt mit ein paar Tricks einen vollwertigen Ersatz zu Flexbuilder dar. Macromedia liefert mit Flex ein nahezu vopllständiges XML-Schema für die Flexeigene XML-Applikation MXML zur Verfügung. Diese Schema lässt sich mit oXygen nutzen um Code-Hinting und -Completion wie auch Echtzeit-Fehleranzeige zu erzeugen, sowie eine (baumartige) Übersicht über die XML-Datei und die verwendeten (und erlaubten) Attribute. (Man muss hierzu in den Eclipse Preferences den XSLT-Editor mit dem MXML-Schema verknüpfen.)
  • ASDT erlaubt es komfortabler als im Flexbuilder ActionScrip2-Klassen zu bearbeiten.
  • Mit SysDeo ist nicht nur eine komfortabler Steuerung des Tomcat-Java-Servers verbunden, sondern auch eine Ausgabe aller Meldungen, auch derer, die zwischen Flex und den Webservices ausgetauscht werden. Somit sieht man direkt was an SOAP- und XML-Nachrichten ausgetauscht wird, ideal zum Debuggen des Datentransfers!
  • SQL Explorer erlaubt das schnelle on the fly Absetzen von Queries an jedes mit JDBC ansprechbare RDBMS (hier Oracle 9.2 und Mysql 4.1 und ist ideal, um mal eben SQL-Statements zu erproben, bevor sie in den Code eingehen.

Und diese ganzen Funktionalitäten wohlgemerkt alles innerhalb einer IDE. Kein lästiges Wechseln zwischen verschiedenen Programmen, mit jeweils anderer Handhabung. Natürlich frisst Eclipse Resourcen, aber das ist immer noch weniger, wie Flexbuilder alleine, ganz zuschweigen von den dann noch zusätzlich anfallenden Editoren / IDEs.

Und Investitionen etwa in oXygen (etwa 100 €, man muss mal nach passenden coupons hierfür googeln) sind allemal gerechtfertigt, den oXygen ist ein hervorragendes Werkzeug zum Arbeiten mit XML, XSLT, XSLFO, DTD und Schemas und ist durch eingebaute Generatoren, Transformer, eine grafische Darstellung von Schemas und einen XSLT-Debugger viel, viel mehr als ein XML-Editor. Ich bin geneigt zu sagen, dass oXygen durch aus den viel teureren Programmen á la XMLSpy das Wasser reichen kann, zumindest bis zu mittleren Ausbaustufen.

Fazit:
Eclipse ist durch seine Plugin-Konzept exzellent in der Lage eine mehr als brauchbare Alternative zum Flexbuilder zu sein. Es bietet viel mehr und angesichts dessen, dass nicht immer verschiedene Entwickler an den verschiedenen Tiers sitzen, sondern es auch Doppelbesetzungen geben kann, sehr wichtig. Zumal Eclipse sich auch bestens mit CVS und Subversion versteht und die fertigen Files gleich vie eigebautem FTP/WebDAV auf den Staging-Server überspielen kann.

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