Hat der Mac als Entwickler-Maschine ausgedient?
James Gosling, der “Vater” von Java, hat sein jahrelang genutztes Powerbook gegen ein Notebook mit Solaris eingetauscht. Die Begründung ist, dass seiner Meinung nach Apple nicht mehr die ideale (Java)-Entwickler-Maschine sei. Er selbst nutze ein Notebook mit dem aktuellen Solaris statt dessen, welches den Entwickler viel besser unterstütze.
Die genauen Gründe für den Wechsel sind nicht bekannt. Es kann sein, dass es Gosling stört, dass die aktuelle Java-Version (Java 6) auf Mac erst zehn Monate später als auf anderen Plattformen erscheint und dazu noch in einem kostenpflichtigen Update verpackt ist. Oder, dass sein Arbeitgeber Sun, so gerne das hauseigene Betriebssystem Solaris in gutem Licht präsentieren will?
Mich jedenfalls überzeugen die Argumente nicht. Es kann sein, dass einige Features von Solaris sehr entwicklerfreundlich sind, aber ich finde weder Gnome wirklich überzeugend noch möchte ich auch die anderen OS X Anwendungen verzichten, ganz zu schweigen von der Usability des Mac. Außerdem findet momentan ein Großteil der ernsthaften Java-Entwicklung noch in Versionen vor (oder mit) Java 5 statt. Und mit Leopard hat man nun sogar ein zertifiziertes Unix als Unterbau unter der genialen Oberfläche.
Ein letzter Punkt, der Goslings Wechsel schon fast hanebüchen erscheinen lässt, ist seine Aussage, dass Solaris das Notebook, wenn er es zuklappt nicht in den Schlafmodus versetzt, sondern es einfach weiter läuft. Er muss es also immer Ausschalten, eine tolle Sache…
Nur wenn sich die Gerüchte bewahrheiten, dass es kein Java 6 mehr für OS X gibt (es sei denn es entsteht etwas aus dem openJDK-Projekt), dann hat der Mac mittelfristig als Entwicklerplattform wohl wirklich ausgedient, auch für mich :o(